Simone Lang

ZUSAMMEN SIND WIR ERZGEBIRGE!

Sachsens Obstbauern unter Druck: Frost, Hitzeperioden, Wasserverfügbarkeit, Saisonarbeitskräfte/Drittstaatenregelung

Die sitzungsfreie Zeit des Sächsischen Landtags nutze ich für Gespräche wie zum Beispiel mit Jörg Geithel, dem Vorsitzenden des Obstbauverbands Sachsen & Sachsen‑Anhalt. Bei seinem Besuch in Aue ging es um die gegenwärtige Situation der Obstbaubetriebe. Über das Jahr kämpft man an mehreren Fronten: Spätfröste, Hitzeperioden, Unwetter mit Hagel, die unsichere Wasserverfügbarkeit, steigende Arbeitskosten und zunehmender Wettbewerbsdruck durch Importe. 

Wasser, Frost- und Pflanzenschutz: Infrastruktur ist entscheidend

Ein Beispiel aus Ostsachsen: das Stadtgut Görlitz. Hier wären die Frostschäden geringer ausgefallen, wenn in den kritischen Nächten eine Wasserentnahme für die Frostschutzberegnung gestattet gewesen wäre. (Dies fällt in den Zuständigkeitsbereich der unteren Wasserbehörde des Landratsamts.)

Die Frage, ob für wenige Frostnächte Ausnahmen möglich sind, ist nicht geklärt. Es geht nicht um eine dauerhafte Entnahme, sondern um begrenzte Zeiträume während der Spätfrostphase, meist zwischen Mitte April und Mitte Mai.

Ein Ortstermin ist in Planung. Als Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Landwirtschaft will ich Erzeuger und Behörden zusammenbringen, damit im Frühjahr 2027 konkrete Lösungen ausgehandelt sind.

Beim Pflanzenschutz standen u. a. Zulassungsverfahren und Notfallzulassungen zur Diskussion. Eine Bundesratsinitiative aus Sachsen zur Rolle des Umweltbundesamtes befindet sich bereits im Kabinettsverfahren. Planungssicherheit bleibt für die Betriebe entscheidend.

Saisonarbeitskräfte und faire Bedingungen: Regeln müssen praxistauglich sein

Viele Obstbaubetriebe sind auf Saisonarbeitskräfte angewiesen. Diskutiert wurden Drittstaatenregelungen, Kontingente und die 90‑Tage‑Regelung. In der Arbeitsalltag führt der Nachweis vorheriger Beschäftigungen oft zu Unsicherheiten und Haftungsrisiken. Beim Mindestlohn wurde klar: Es geht nicht um eine Absenkung, sondern um faire Wettbewerbsbedingungen im europäischen Vergleich und spezifische Regelungen für Saisonarbeit.

Deutlich wurde: Viele Betriebe stehen vor Aufgaben, die sie allein nicht lösen können. Wasserzugang, Frostschutz, Zulassungen und klare Regeln für Saisonkräfte entscheiden auch darüber, ob und wie der Obstbau in Sachsen eine Zukunft hat.

 

Auftakt Sommertour 2026: Simone Lang in Olbernhau

Drei Stationen: Viel Input für das parlamentarische Handeln und Tun.

Gymnasium Olbernhau: Respekt, gute Arbeit!

In Sachen Digitalisierung, Schulsozialarbeit und Inklusion besteht politischer Handlungsbedarf: Im Gespräch mit der Schulleitung wurde klar, dass Engagement allein nicht ausreicht. Schule ist nicht nur Unterricht, sie ist im besten Fall ein lebensnaher Lernort. Im Gymnasium Olbernhau kämpft man mit strukturellen Problemen:

  • Die Grenznähe führt dazu, dass Kinder aus Tschechien unterrichtet werden, aber in der Ressourcenplanung kaum berücksichtigt sind. 
  • Ohne Glasfaser bleibt die Digitalisierung hinter den Möglichkeiten zurück.
  • Die Schulsozialarbeit hängt an befristeten Programmen.
  • Die Inklusion ist finanziell knapp ausgestattet, dass Lehrkräfte zusätzliche Aufgaben und rechtliche Unsicherheiten schultern müssen. 

Gerade in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge brauchen Schulen Verlässlichkeit. Kein Flickwerk.

Mittelstand macht Zukunft: Unternehmensbesuch der WätaS GmbH

Wie viel „Gedacht. Gemacht. wurde beim Besuch der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH deutlich. Das Unternehmen hat sich als innovativer Mittelständler in Energierückgewinnung, Wasserstofftechnik und Heizsystemen etabliert. Kritik kam von der Geschäftsführung zur aktuellen Wirtschaftspolitik, die Investitionen und Arbeitsplätze gefährde. Trotz Investitionen von fünf Millionen Euro in Wasserstofftechnologien verzögern sich Entwicklungen, was monatliche Verluste verursacht. 
Wissenswert: WätaS widerspricht der Annahme, Wärmepumpen seien für Altbauten ungeeignet, und setzt auf eigene Niedertemperaturheizkörper. Sorgen bereiten internationale Konkurrenz und steigende Bürokratie, die die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland beeinträchtigen.

Lebenshilfewerk Mittleres Erzgebirge e. V: Inklusion und reguläre Arbeit? 

Die Werkstatt in Olbernhau besteht seit fünf Jahren. 118 von 120 Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung sind besetzt, insgesamt arbeiten 56 Beschäftigte an mehreren Standorten. Sie alle realisieren Aufträge aus Holz und Metallbearbeitung, Verpackung und Montage und fertigen eigene Produkte wie Schwibbögenbänke, Fensterbilder und Holzfiguren. Besonders beeindruckt hat mich die eigens gegründete GmbH für Außenarbeitsplätze: ein beherztes Zeichen für echte Inklusion und Wege in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Fazit: Jede der drei Stationen meiner Sommertour hat gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch ist, um politische Entscheidungen an den tatsächlichen Herausforderungen auszurichten. Wir leben in unsicheren Zeiten: wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Umso bemerkenswerter ist das Engagement der Menschen vor Ort: Lehrkräfte, die trotz knapper Ressourcen verlässlich arbeiten; Menschen, die investieren und weiterdenken; Einrichtungen, die Inklusion möglich machen.

 

Simone Lang im Austausch mit dem Kinder- und Jugendparlament Schwarzenberg

Am 18. Juni 2026 war Simone Lang, Mitglied des Sächsischen Landtags, im Jugendcafé Schwarzenberg zu Gast. Dort kam sie mit Mitgliedern des Kinder- und Jugendparlaments Schwarzenberg ins Gespräch.

 

Das Kinder- und Jugendparlament bietet jungen Menschen in Schwarzenberg die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen, Fragen zu stellen und sich aktiv mit Themen der Stadtgesellschaft und der Politik auseinanderzusetzen. Der Austausch im Jugendcafé zeigte einmal mehr, wie wichtig solche Beteiligungsformate sind, damit junge Menschen mit ihren Anliegen gehört werden.

 

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Themen, die Kinder und Jugendliche unmittelbar bewegen: Schule und Bildung, Leistungsdruck, politische Mitbestimmung, gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie Zukunftsfragen für Schwarzenberg und das Erzgebirge. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an Simone Lang zu richten und eigene Erfahrungen einzubringen.

 

Auch das Jugendcafé selbst bildete dafür einen passenden Rahmen. Als Treffpunkt für junge Menschen bietet es Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten. Genau solche Orte sind wichtig, um Beteiligung, Dialog und Gemeinschaft vor Ort zu stärken.

 

Simone Lang dankte den Mitgliedern des Kinder- und Jugendparlaments für das offene Gespräch, die interessierten Fragen und die engagierte Beteiligung. Der Besuch machte deutlich, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Politik und jungen Menschen ist.

 

„Wer Politik für die Zukunft gestalten will, muss jungen Menschen zuhören. Ihre Sichtweisen, Fragen und Ideen sind wichtig – für Schwarzenberg, für das Erzgebirge und für Sachsen“, so Simone Lang.

 

Simone Lang unterstützt „Kids aufs Bike“

Radfahren macht Kinder stark: Es fördert Bewegung, Selbstvertrauen und Gemeinschaft. Genau hier setzt das Projekt „Kids aufs Bike“ an, das vielen Kindern den Zugang zum Radfahren ermöglichen möchte – unabhängig davon, welche finanziellen Möglichkeiten ihre Familien haben.

Als Botschafterin unterstützt Simone Lang diese wichtige Initiative aus voller Überzeugung. Denn jedes Kind sollte die Chance haben, sich auszuprobieren, mobil zu sein und Freude an Bewegung zu erleben. Gerade im Erzgebirge, wo Sport, Natur und Vereinsleben eng miteinander verbunden sind, ist das Fahrrad mehr als nur ein Fortbewegungsmittel: Es steht für Freiheit, Gesundheit und Teilhabe.

Simone Lang begleitet das Projekt regelmäßig vor Ort – etwa bei der Übergabe von Fahrrädern an Kindertagesstätten im Erzgebirge oder im Rahmen der Mini-Hübeltour am Fichtelberg. Dabei wird sichtbar, wie viel Begeisterung entsteht, wenn Kinder gemeinsam aufs Rad steigen und neue Erfahrungen sammeln können.

„Kids aufs Bike“ zeigt, wie niedrigschwellige Unterstützung ganz konkret wirken kann: Kinder kommen in Bewegung, Kitas und Vereine werden gestärkt und Familien werden entlastet. Das ist gelebter Zusammenhalt im Erzgebirge.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier:
www.huebeltour.de/kids-aufs-bike

 

Hospitalkirche St. Georg in Lößnitz: Verleihung des ersten Signets der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen

Am 28. Mai 2026 wurde der Hospitalkirche St. Georg in Lößnitz das erste Signet „Pilgerkirche“ der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens feierlich verliehen. Die Verleihung fand im Rahmen einer Andacht statt, die Landesbischof Tobias Bilz gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik, Tourismus sowie regionalen Wander- und Pilgerinitiativen hielt.

Die neue Auszeichnung würdigt das besondere Engagement der Kirchgemeinde für Wandernde und Pilgernde. Als „Pilgerkirche” richtet sich die Hospitalkirche St. Georg bewusst an Menschen, die auf Pilger- und Wanderwegen unterwegs sind und einen Ort der Ruhe, Einkehr und Begegnung suchen. Dazu gehören verlässliche Öffnungszeiten, Möglichkeiten zum Verweilen sowie Angebote, die auf die Bedürfnisse von Pilgernden ausgerichtet sind.

Die Kirche liegt direkt an der Weggabelung des „Sächsischen Jakobswegs an der Frankenstraße” und des „Jakobswegs Silberberg” und ist bereits seit vielen Jahren ein wichtiger geistlicher Ort entlang der sächsischen Pilgerwege. Regelmäßig finden dort Pilgerandachten und Pilgerwanderungen statt. Darüber hinaus war die Hospitalkirche im Kulturhauptstadtjahr eng mit dem PURPLE PATH verbunden und wurde so auch überregional als Ort von Kultur, Begegnung und Gastfreundschaft sichtbar.

In den Grußworten wurde auch die heutige Bedeutung solcher Orte deutlich. Simone Lang betonte dabei ihre persönliche Verbindung zu Lößnitz und hob hervor, wie wichtig offene Kirchen als Orte des Innehaltens, der Begegnung und der Gemeinschaft sind. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen im Alltag Belastungen und Unsicherheiten erleben, brauche es Räume, die ohne Erwartungen offenstehen – Orte, an denen Menschen zur Ruhe kommen können.

Besonders hervorgehoben wurde außerdem das Zusammenspiel von Kirche, Kultur und Gastfreundschaft in Lößnitz. Die Öffnung der Kirche für Pilgerinnen und Pilger mit offenen Türen, Wasser, Sitzmöglichkeiten und praktischer Unterstützung wurde dabei als gelungenes Beispiel genannt.

Mit dem neuen Signet „Pilgerkirche” möchte die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ein sichtbares Zeichen für Offenheit, Gastfreundschaft und gelebte Gemeinschaft entlang der sächsischen Pilgerwege setzen. Gerade im Erzgebirge sind solche Orte von besonderer Bedeutung – als Räume der Ruhe, des Austauschs und des gemeinsamen Innehaltens.