Simone Lang

ZUSAMMEN SIND WIR ERZGEBIRGE!

Auftakt Sommertour 2026: Simone Lang in Olbernhau

Veröffentlicht am 30.06.2026 in Kommunales

Drei Stationen: Viel Input für das parlamentarische Handeln und Tun.

Gymnasium Olbernhau: Respekt, gute Arbeit!

In Sachen Digitalisierung, Schulsozialarbeit und Inklusion besteht politischer Handlungsbedarf: Im Gespräch mit der Schulleitung wurde klar, dass Engagement allein nicht ausreicht. Schule ist nicht nur Unterricht, sie ist im besten Fall ein lebensnaher Lernort. Im Gymnasium Olbernhau kämpft man mit strukturellen Problemen:

  • Die Grenznähe führt dazu, dass Kinder aus Tschechien unterrichtet werden, aber in der Ressourcenplanung kaum berücksichtigt sind. 
  • Ohne Glasfaser bleibt die Digitalisierung hinter den Möglichkeiten zurück.
  • Die Schulsozialarbeit hängt an befristeten Programmen.
  • Die Inklusion ist finanziell knapp ausgestattet, dass Lehrkräfte zusätzliche Aufgaben und rechtliche Unsicherheiten schultern müssen. 

Gerade in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge brauchen Schulen Verlässlichkeit. Kein Flickwerk.

Mittelstand macht Zukunft: Unternehmensbesuch der WätaS GmbH

Wie viel „Gedacht. Gemacht. wurde beim Besuch der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH deutlich. Das Unternehmen hat sich als innovativer Mittelständler in Energierückgewinnung, Wasserstofftechnik und Heizsystemen etabliert. Kritik kam von der Geschäftsführung zur aktuellen Wirtschaftspolitik, die Investitionen und Arbeitsplätze gefährde. Trotz Investitionen von fünf Millionen Euro in Wasserstofftechnologien verzögern sich Entwicklungen, was monatliche Verluste verursacht. 
Wissenswert: WätaS widerspricht der Annahme, Wärmepumpen seien für Altbauten ungeeignet, und setzt auf eigene Niedertemperaturheizkörper. Sorgen bereiten internationale Konkurrenz und steigende Bürokratie, die die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland beeinträchtigen.

Lebenshilfewerk Mittleres Erzgebirge e. V: Inklusion und reguläre Arbeit? 

Die Werkstatt in Olbernhau besteht seit fünf Jahren. 118 von 120 Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung sind besetzt, insgesamt arbeiten 56 Beschäftigte an mehreren Standorten. Sie alle realisieren Aufträge aus Holz und Metallbearbeitung, Verpackung und Montage und fertigen eigene Produkte wie Schwibbögenbänke, Fensterbilder und Holzfiguren. Besonders beeindruckt hat mich die eigens gegründete GmbH für Außenarbeitsplätze: ein beherztes Zeichen für echte Inklusion und Wege in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Fazit: Jede der drei Stationen meiner Sommertour hat gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch ist, um politische Entscheidungen an den tatsächlichen Herausforderungen auszurichten. Wir leben in unsicheren Zeiten: wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Umso bemerkenswerter ist das Engagement der Menschen vor Ort: Lehrkräfte, die trotz knapper Ressourcen verlässlich arbeiten; Menschen, die investieren und weiterdenken; Einrichtungen, die Inklusion möglich machen.